Neubrandenburg – die Vier-Tore-Stadt

Die Geschichte dieser zwischen Berlin und der Ostsee gelegenen und bereits im Jahr 1248 urkundlich erwähnten Stadt reicht mit ihren Wurzeln auf das Jahr 1170 gegründete Kloster Broda zurück. Auch diese Stadt  hat also ein lange Geschichte mit vielen Zerstörungen und immer wieder gelungenem Neuaufbau.

Neubrandenburg ist gegenwärtig eine Stadt mit rund 65.000 Einwohnern, die in zehn Stadtgebieten wohnen. Besonderen Reiz übt die historische Altstadt auf ihre Besucherinnen und Besucher aus. Hier sind die bekanntesten historischen Bauten zu bewundern und vom Stadtzentrum aus sind es nur wenige Minuten Fußweg durch den Kulturpark bis zu den Ufern des Tollensesees.

Wieckhäuser an der Stadtmauer

Besondere Sehenswürdigkeiten sind die im 13. Jahrhundert entstandenen steinernen Doppeltore der Stadtbefestigung, die fast vollständig erhaltene Stadtmauer sowie die 25 der ursprünglich gebauten 54 Wiekhäuser, die im Mittelalter der Beobachtung und Verteidigung dienten. Auch das Franziskanerkloster sollte ebenso besucht werden wie die Johanniskirche und die Kirche Sankt Marien, die jetzt als Konzertkirche zum Besuch einlädt.

Besucherinnen und Besucher mit Mobilitätseinschränkungen finden beim Besuch der Altstadt von Neubrandenburg insgesamt gute Bedingungen vor. Zwar gibt es in dieser Stadt auch gepflasterte Wegabschnitte, diese sind jedoch, bis auf einige Stellen auf den engen Webabschnitten entlang der Stadtmauer, gut mit Rollstuhl zu befahren. Zugleich macht die Tatsache, dass verhältnismäßig viele Bordsteine niedrig ausgelegt oder angeschrägt ausgeführt sind, einen Spaziergang mit Rollstuhl insgesamt angenehm.  

Wer vom Bahnhof Neubrandenburg aus den Weg in die historische Altstadt nimmt, wird noch vor der Stadtmauer von einem Denkmal des bekannten norddeutschen Dichter Fritz Reuter begrüßt, der fast zehn Jahre in dieser Stadt gelebt hatte. Nur wenige Meter weiter, gleich neben dem Mudder-Schuten-Brunnen, lädt das Regionalmuseum Neubrandenburg zu einem Besuch ein. Es ist im früheren Franziskanerkloster untergebracht und beherbergt die stadtgeschichtliche Ausstellung. Das Museum ist ebenerdig zugänglich. Die Etagen der Ausstellung sind mittels Fahrstuhl für alle erreichbar. Für den Besuch sollte aber ausreichend Zeit vorgesehen werden.

Blick in die Stargarder Straße mit dem Turm-Café

Beim weiteren Weg in Richtung Stadtzentrum fällt sehr bald der hohe Bau auf, welcher die Aufschriften „Nordkurier“ und „Turmcafé“ trägt. Dieses Gebäude steht am quadratischen Marktplatz, der neben dem Büro der Touristinformation auch viele Einkaufmöglichkeiten bietet. An der Ecke des Gebäudeblocks mit der Touristinformation befindet sich auch der Eingang zum Fahrstuhl, der Besucherinnen und Besucher hinauf zu den beiden Etagen des „Turmcafé“ bringt. Über dem Café befindet sich eine Aussichtsplattform, welche mit diesem Fahrstuhl ebenfalls für Nutzer eines Rollstuhls zu erreichen ist. Von dort oben ist dann ein guter Rundblick über Neubrandenburg möglich.

Der weitere Weg durch die Altstadt führt nun, vorbei an der Konzertkirche, zum Stargarder Tor, dem wahrscheinlich bekanntesten Stadttor von Neubrandenburg. Die Konzertkirche kann besucht werden, entweder, um sie einfach zu besichtigen, oder eben um dort einem Konzert zu lauschen.

Sankt Marienkirche – Konzertkirche

Am Stargarder Tor gilt es dann je nach Wunsch zu entscheiden – entweder für einen Spaziergang rund um die Altstadt entlang der Stadtmauer oder für den Weg durch das Stargarder Tor zum Kulturpark, der gleich an der anderen Straßenseite beginnt.

Für den Rundweg entlang der Stadtmauer könnte man das parkähnliche Gelände außerhalb der Stadt wie auch den Weg entlang der Stadtmauer und den Wieckhäusern innerhalb der Stadt nutzen. Dieser ist zwar jener Teil mit der historischen Pflasterung, zu einem großen Teil wurden aber bereits Wegplatten ausgelegt, was den Rundgang auch mit Rollstuhl angenehm macht.

Beim Spaziergang durch die Stadt sollte man auf die 15 Markierungen mit QR-Code achten. Das sind die Stationen der Museumsmeile und mit Hilfe eines Smartphones ist über diese QR-Codes mehr über die Geschichte von Neubrandenburg zu erfahren.

StargarderTor

Vom Stargarder Tor könnte der weitere Weg vorbei der der historischen Gaststätte „Lohmühle“ einfach nach dem Queren der Hauptstraße in den Kulturpark führen. Auch diese Gaststätte ist für Gäste mit Rollstuhl zugänglich, allerdings nicht über den steilen und holprigen Weg an der Frontseite sondern über den hinteren Parkplatz und den dortigen Weg für Fahrräder.
Neben mehreren Querwegen, einigen Gaststätten und einem Tiergehege, das vom Regenbogen-Verein betrieben wird, führt eine asphaltierte Parkstraße durch den Kulturpark direkt zum Ufer des Tollensesee. Hier befindet sich auch der Anlegesteg des Fahrgastschiffes „Mudder Schulten“. Mit zweieinhalbstündigen Rundfahrten lässt sich mit diesem Schiff der Tollensesee sowie sich daran anschließende Lieps erkunden. Das Schiff ist mittels Steg auch mit Rollstuhl zugänglich. Einen Weg auf das Sonnendeck gibt es für Passagiere mit Rollstuhl nicht. Für diese Fahrt jedoch noch einen Tipp: Nach Möglichkeit nicht in den großen Fahrgastraum gehen sondern in den kleinen Fahrgastraum gleich links, wenn man an Bord des Schiffes kommt. Von dort ist auch vom Rollstuhl aus eine gute Aussicht in Fahrtrichtung möglich.

September 2023