Wernigerode – Die bunte Stadt am Harz

Wernigerode gehört sicherlich zu den bekanntesten Reisezielen in Deutschland und ist als bunte Stadt im Harz weithin bekannt. Das Rathaus mit dem Brunnen sowie Fotos vom Markt- und vom Nicolaiplatz, von der am Westerntor einfahrenden Brockenbahn oder von den bunten Fachwerkhäusern in der Breiten Straße, hat wohl  jeder schon einmal gesehen. Auf keinen Fall darf in dieser Aufzählung der Blick auf Schloss von Wernigerode vergessen werden.

Weniger bekannt ist aber , dass es in Wernigerode ebenso viele schöne Ecken für eine unbeschwerte Erholung gibt. Das dürfte insbesondere für mobilitätseingeschränkte Besucher dieser Stadt von Interesse sein, denn während die bisher genannten Straßen und Plätze der Innenstadt auch für Besucher mit Rollstuhl nur wenige Problemstellen bereithalten gibt es für Besucher mit Rollstuhl in dieser Stadt einige schwierige Stellen. Vom Markt aus bieten für sich Besucher mit Rollstuhl außerdem Spaziergänge im Bereich von Marktstraße, Sebastian-Bach-Straße und Burgstraße sowie Ringstraße und „Unter den Zindeln“ an. Verlässt man diesen Teil der Stadt in Richtung Schloss, dann könnte es schwierig für einen Spaziergang mit Rollstuhl werden – hier steigt das Gelände stark an. Auch das Schloss selbst bleibt weiterhin, wegen der vielen Treppen im Inneren, für Besucher mit Rollstuhl nicht zugänglich. Nur ein Blick von den Schlossterrassen und der Zugang zum Schlossinnenhof sind möglich. Wer nicht so gut zu Fuß ist, der kann Wernigerode zugleich auch mit der Wernigeröder Schlossbahn oder der Wernigeröder Bimmelbahn erkunden.  Teilweise ist hier auch die Mitnahme von Besuchern mit Rollstuhl möglich. Einzelheiten sowie die Kontaktmöglichkeiten für weitere Absprachen stehen über diese Internetseite zur Verfügung.

Demgegenüber ist es in anderen Stadtteilen für Gäste mit Rollstuhl nicht so problematisch.  Zum Beispiel in dem am Stadtrand gelegenen „Bürgerpark“. Diese im Jahr 2006 aus einer Landesgartenschau heraus entstandene Park-und Gartenlandschaft bietet mit 17 Hektar Parklandschaft und sechs Hektar Wasserfläche, mit seinen Spiel-und Erholungsflächen, den Themengärten, den Haustiergehegen sowie den jahreszeitlich bepflanzten Blumenbeeten, den idealen Rahmen für erholsame Spaziergänge und vielfältige Begegnungen mit der Natur.

Das Erlebnis „Bürgerpark Wernigerode“ beginnt mit dem gleich am Haupteingang befindlichen Miniaturpark „Kleiner Harz“ (Dornbergsweg 21). Hier gibt es den Harz im Maßstab 1:25 zu sehen. Ob Kaiserpfalz Goslar ,Burg Falkenstein, Rathaus Wernigerode, Dom Halberstadt, Stiftskirche Quedlinburg oder auch Josephskreuz und Brockenplateau – sie  alle sind hier im Modell zu sehen. Wer darüber mehr erfahren möchte, kann sich in der Schauwerkstatt ansehen, wie diese Modelle angefertigt werden und nachfragen, welche Sehenswürdigkeiten als nächste zu sehen sein werden. Für einen ausgiebigen Spaziergang bietet sich dann ein Bummel zu den Themengärten oder entlang der Seepromenade an. Die Wege sind auch mit einem Rollstuhl  gut zu befahren. Ebenfalls ist eine Pause in der Gaststätte im Park problemlos möglich. In diesem Gebäude gibt es ferner eine Toilette für Besucher mit Rollstuhl. Ja, und wer dann zu Hause auch berichten möchte, das ganze Schloss Wernigerode gesehen zu haben – im Miniaturpark gibt es auch das Schloss als Modell. Außerdem ist es von fast allen Ecken und Enden des Bürgerparks ebenso im Original zusehen. Weitere Informationen zum Bürgerpark, zum Miniaturpark „kleiner Harz“ sowie  zu den jeweils aktuellen Veranstaltungen können auf der Internetseite vom Bürgerpark Wernigerode nachgelesen werden.

Hubschrauber im Luftfahrtmuseum
Teil der Ausstellung von Hubschraubern

Ein besonderes Erlebnis ist ein Besuch im Museum für Luftfahrt und Technik, das sich nur wenige hundert Meter vom Stadtzentrum aus befindet. Auf mehr als 4.000 Quadratmetern gibt es hier Exponate der zivilen und militärischen Luftfahrt sowie Schleudersitze, Navigationsgeräte und viele Ausrüstungsgegenstände zu sehen. Die Ausstellungshallen sind, wie auch das Café im Eingangsbereich, für gehbehinderte Besucher gut zugänglich. Vor dem Gebäude des Museums gibt es einen Parkplatz auf dem auch zwei Flächen für Inhaber von Behindertenparkkarten ausgezeichnet wurden. Gegenüber der Kasse steht im Eingangsbereich eine Toilette zur Verfügung, welche den Ansprüchen von Besuchern mit Rollstuhl entspricht.

Im südöstlichen Teil der Stadt lädt der Wildpark Christianental zu einem Besuch und Bummel ein. In den weiträumig angelegten Naturgehegen sind vor allem harztypische Tiere vieler Arten zu sehen. In diesem langgezogenen Tal gibt es einen breiten asphaltierten Hauptweg, der so auch für schwere Rollstühle problemlose Sichten auf die Gehege gibt, Nebenwege sind jedoch auch naturbelassen und hier könnte Hilfe erforderlich werden. Der Wildpark hält auch für blinde oder hörbehinderte Besucher entsprechende Angebote bereit. Weitere Auskünfte sind unmittelbar vom Wildpark „Christiantental“ zu erhalten.

Nach vielen interessanten Spaziergängen durch die bunte Stadt muss man sich auch einmal stärken – dafür ist das Baumkuchenhaus am Stadtrand eine hervorragende Adresse. Ja, in Wernigerode werden auch Baumkuchen gebacken und zwar mehr als 40 verschiedene Arten. Diese Spezialitäten können verkostet und mit nach Hause genommen werden. Zu Hause kann man dann auch erklären, wie Baumkuchen entstehen, denn das ist beim Schaubacken ausgiebig zu beobachten. Café und auch Schaubäckerei sind barrierefrei eingerichtet. Zudem stehen ausreichend Parkplätze unmittelbar am Baumkuchenhaus zur Verfügung.

Der Harz, das ist auch eine Geschichte der Bergwerke und des Abbaus von Erzen und Gesteinen, eine Geschichte, die man sich heute in den Bergbaumuseen anschauen kann. Leider sind diese Museen überwiegend nicht für Besucher mit Rollstuhl zugänglich – bis auf das Schaubergwerk „Büchenberg“. Es ist ein früheres Eisenerzbergwerk und  befindet sich unmittelbar an der Bundesstraße 244, die Wernigerode mit Elbingerode verbindet und verfügt über einen speziellen Lift für Gäste mit Rollstuhl. Auch bei der Gestaltung der Wege untertage wurde an die Ansprüche dieser Besucher gedacht. Ein Abstecher dorthin lohnt sich also auf jeden Fall. Weitere Einzelheiten zur Vorbereitung eines Besuches dieses Schaubergwerkes können auf der Internetseite des Museums nachgelesen werden.

Wernigerode ist vor allem auch die wichtigste Station für die Harzer Schmalspurbahn. Wer also von hieraus auch einmal auf den Brocken fahren möchte, erhält auf der Internetseite der Bahn dazu weitere Informationen sowie die Möglichkeit, den Service für eine Mitfahrt anzumelden. Die traditionsreiche Schmalspurbahn verfügt über spezielle Wagen mit breiten Endbühnen oder Eingangstüren, die ebenfalls für Passagiere mit Rollstuhl geeignet sind. Der Ein- und Ausstieg erfolgt mittels Hebebühnen, welche auf den Bahnhöfen Wernigerode, Drei Annen Hohne sowie Brocken vorhanden sind.

Die Wernigerode Tourismus GmbH bietet auf ihrer Internetseite alle Informationen für die gute und detaillierte Vorbereitung eines Besuches in der bunten Stadt am Harz an. Angaben zur Barrierefreiheit in Wernigerode sowie einigen Orten der Umgebung können unter diesem Link nachgelesen werden. Das Büro der Touristinformation befindet sich im Stadtzentrum neben dem historischen Rathaus. Vor dem Gebäude steht ein Tastmodell der Stadt. Der Zugang zur Touristinformation erfolgt über einen Zugang an der Seite des Gebäude. Von dort aus ist die Touristinformation mittels Lift zu erreichen.

Bei einer Anreise mit dem Auto stehen mehrer Parkplätze und Parkhäuser zur Verfügung. Zu empfehlen wäre, Die Autobahn A 36 an der Abfahrt „Wernigerode Mitte“ zu verlassen und in das Stadtzentrum weiterzufahren. Diese Straße führt unmittelbar am Bürgerpark vorbei. Nahe der Breiten Straße (Geschäftsstraße) gibt es unmittelbar an einer Tankstelle einen größeren Parkplatz mit sechs Parkflächen für Inhaber von Behindertenparkkarten.

Aktualisiert: September 2020