Morgenröthe-Rautenkranz – was mit dem Sputnik begann

Bei Reisen oder Ausflügen möchte wohl jeder gern etwas Einzigartiges, Interessantes oder besonders Schönes sehen und erleben. Warum nicht einmal von den Sternen träumen – und das nicht nur in einer lauen Sommernacht sondern ganz direkt in einer Raumfahrtausstellung. Eine gute Möglichkeit für ein solches Erlebnis gibt es im vogtländischen Morgenröthe-Rautenkranz.

Dieser kleine und in einem Tal des Vogtlandes gelegene Ort ist der Geburtsort von Fliegerkosmonaut, Generalmajor (a.D.) und Dr.rer.nat. Sigmund Jähn, der erste Deutsche, der bei einem Weltraumflug die Erde von oben aus dem Weltall sehen konnte. Er war ein Mann, der trotz seiner herausragenden Leistungen immer einfach Vogtländer geblieben war und den die Bewohner des Dorfes, wenn sie von ihm erzählen, noch heute „dr Sigmund“ nennen.

Nach seinem Flug mit „Sojus 31“ zur Orbitalstation „Salut 6“ und seiner erfolgreichen Rückkehr zur Erde mit „Salut 29“ im Jahr 1978 war in seinem Geburtsort eine Gedenkstätte zur Erinnerung an diesen Flug entstanden. Die einst kleine Ausstellung hat sich aber inzwischen deutlich verändert und erweitert. Sigmund Jähn war später im russischen Kosmonautenausbildungszentrum als freier Berater für das Astronautenzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und seit 1993 auch für die ESA (European Space Agency) tätig. So war er auch eng in die Ausbildung späterer deutscher Astronauten wie Ulf Merbold oder Alexander Gerst eng eingebunden.

Die Deutsche Raumfahrtausstellung in Mörgenröthe-Rautenkranz ist jetzt eine breite Ausstellung in welcher von einem Sputnik-Modell in Originalgröße über Weltraumanzüge der Kosmonauten und Astronauten vieler Länder bis hin zu Nachbauten der ersten Weltraumstationen sehr viel über die Raumfahrt und ihre Entwicklung zu erfahren ist. Sogar etwas Mondstaub ist zu sehen und (durch ein Lupe) zu betrachten. Für Freunde der Weltraumfahrt dürften ebenso die vielen Biographien von Kosmonauten und Astronauten von Interesse sein, die den Besucherinnen und Besuchern die Persönlichkeiten der mehr als 600 Kosmonauten, Astronauten und Weltraumtouristen näher bringen, die bisher in den Weltraum fliegen und dort arbeiten konnten. In einem Film ist zudem Interessantes über die Bedeutung der Forschung im Weltraum zu erfahren.

Für einen Besuch in Morgenröthe-Rautenkranz sollte ein Auto genutzt werden. Vor dem Gebäude der Weltraumausstellung stehen Parkplätze, auch Behindertenparkplätze, zu Verfügung.

Die Exponate der Weltraumausstellung befinden sich auf zwei Etage. Diese sind, außer dem Basismoduls der MIR, mittels Fahrstuhl ebenerdig erreichbar.

Vor oder nach dem Besuch der Weltraumausstellung bietet sich ein Besuch im Weltraumbahnhof an. Dabei handelt es sich um das Gebäudes des Bahnhofs Rautenkranz an einer Bahnstrecke von Chemnitz über Aue nach Adorf, die im Jahr 1875 in Dienst und im Mai 1982 wieder außer Dienst gestellt wurde. Ein Teil des Bahnhofes war in Erinnerung an Sigmund Jähn, den ersten Deutschen im Weltall, Zentrum für patriotische Erziehung sowie Ort der Erinnerung an diesen Flug in den Weltraum. Nach dem Jahr 2017 umgebaut, ist es nun ein Bistro, das ebenfalls als Pension in sechs Gästezimmern Möglichkeiten zur Übernachtung bietet.
Die Gasträume des Bistro sind durch Hauseingang und Flur ebenerdig zu erreichen. Das Gästezimmer „Octopus“ verfügt über einen separaten Eingang, der es mittels Schräge möglich macht, in dieses Zimmer auch mit Rollstuhl zu gelangen. Das Zimmer verfügt über zwei Gästebetten sowie einen flächenmäßig großzügigen Sanitärbereich mit spezieller Ausstattung für Gäste mit Rollstuhl. Unmittelbar am Haus steht eine weitere Parkfläche zur Verfügung.

Obwohl Morgenröthe-Rautenkranz in den Bergen liegt, ist der Abschnitt an der Weltraumausstellung sowie dem Weltraumbahnhof ebenerdig mit einem weiteren Wegabschnitt von zirka 500 Metern, der dann auch bei Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang zu einem entspannten Spaziergang mit Rollstuhl einlädt.

Mai 2026